Unsere Bäuerinnen - Die stillen Heldinnen des Alltags

25.07.2019

Sie sind ein Organisationstalent, erledigen körperlich anstrengende Arbeiten am Hof, engagieren sich ehrenamtlich in der Heimatgemeinde, schaukeln den Haushalt, haben eine Ausbildung absolviert, kümmern sich um Kind und Kegel, vermarkten ihre Produkte, gehen einem Job nach und haben vielseitige Fähigkeiten und Fertigkeiten – das sind unsere heimischen Bäuerinnen aus Leib und Seele. Sie sind unsere Heldinnen des Alltags.

Das müssen wir uns vor Augen führen: Fast 40% der Höfe in Österreich werden von Frauen geführt. Der Mut und die Stärke, die diese Frauen aufbringen, sind bewundernswert. Hof, Familie und Job unter einen Hut zu bekommen, ist jedoch für Landwirtinnen nicht immer einfach. Die heutige Generation der Bäuerinnen ist durchgehend gut ausgebildet, jedoch ist die Herausforderung, neben Kindern und Hof beruflich wieder durchzustarten, sehr groß. Man darf Bäuerinnen als qualifizierte Arbeitskräfte nicht unter den Tisch fallen lassen: Für Unternehmen in der Region sind sie überaus wertvoll, da sie arbeiten und gleichzeitig ihre Fähigkeiten einbringen wollen und sie flexibel einsetzbar sind. Wir setzen und genau für diese Frauen ein und unterstützen sie dabei, ihre vielfältigen Fähigkeiten auch beruflich einsetzen zu können. Was ist allerdings dafür nötig, woran fehlt es? Muss eine flexiblere Kinderbetreuung her? Wie können wir Landwirtinnen unterstützen, die einen pflegebedürftigen Angehörigen betreuen? Wollen sich die Landwirtinnen weiterbilden und/oder sich in eine bestimmte berufliche Richtung ausbilden lassen? Mir ist es ein Anliegen, berufliche Möglichkeiten für Bäuerinnen zu schaffen und zwar abseits vom Hof. Denn passende Jobmöglichkeiten für Landwirtinnen könnten dazu beitragen, die Höfe zu erhalten und Frauen dazu zu ermutigen, Bäuerinnen zu werden bzw. zu bleiben. Der Maschinenring sieht sich hierbei als Bindeglied zwischen Bäuerinnen und regionalen Betrieben. Darüber hinaus wird auch der gesellschaftspolitischen Verpflichtung nachgegangen, den Bäuerinnen ausreichend berufliche Chancen und Wahlmöglichkeiten zu bieten, sodass sie ihr Arbeitsleben selbst frei wählen und bestimmen können.

Woran fehlt es?
Aus diesem Grund hat der Maschinenring das Cluster-Projekt „Erschließung des Arbeitskräftepotenzials der Maschinenring-Bäuerinnen“ ins Leben gerufen. Im Zuge dessen wird derzeit eine Bedarfserhebung bei Landwirtinnen und regionalen Betrieben in den Pilotregionen Kirchdorf (OÖ) und Hollabrunn-Horn (NÖ) mittels Fragebogen durchgeführt. Zum einen wird die Zielgruppe der Bäuerinnen im Hinblick auf eine gewünschte außerbetriebliche Berufstätigkeit beleuchtet, und zum anderen die möglichen Einsatzgebiete dieser Zielgruppe in den regionalen Betrieben abgefragt. Zusätzlich werden Workshops und Informationsveranstaltungen mit den Bäuerinnen und Unternehmen abgehalten. Im Anschluss werden die Ergebnisse gegenübergestellt und abgeglichen. Daraus können Maßnahmen entwickelt werden, von denen am Ende die Bäuerinnen profitieren. Die Umfrage läuft noch bis Ende Juli – rund 2.500 Bäuerinnen werden dabei zu ihren beruflichen Fähigkeiten und ihren Wünschen befragt. Ich bin schon sehr auf den Outcome gespannt. Aufgrund von den dann vorliegenden Ergebnissen werden wir handeln und gemeinsam mit den örtlichen Maschinenringen und den regionalen Betrieben Jobmöglichkeiten schaffen.
 

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